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Ein Gedanke. Kein Lehrbuch.

25. September 2026
Alexandros Tallos · allgemein
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Drei Atemzüge vor dem Text
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Ein Gedanke. Kein Lehrbuch.
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Haltung statt Schlagzeile.
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Danach bleibt ein nächster Schritt.
Die Ferien sind vorbei, die ersten Azubis haben ihre neuen Kolleginnen und Kollegen kennengelernt – und du hast noch keinen Ausbildungsplatz? Dann fühlt sich der Herbst vielleicht an, als wärst du zu spät dran. Vielleicht hast du schon viele Bewerbungen geschrieben und nur Absagen bekommen. Oder du hast lange nicht gewusst, welcher Beruf überhaupt zu dir passt.
Die gute Nachricht: Der Ausbildungsmarkt schließt nicht am 1. September. Gerade jetzt tun sich oft Türen auf, die im Frühjahr noch verschlossen waren. In diesem Beitrag erfährst du, warum der Herbst echte Chancen bietet, wo du jetzt noch freie Ausbildungsplätze findest und wie du die nächsten Wochen sinnvoll nutzt – auch dann, wenn es in diesem Jahr nicht mehr klappen sollte.

Viele glauben, dass im Herbst alle Ausbildungsplätze vergeben sind. Das stimmt so nicht. In den vergangenen Jahren sind in Deutschland regelmäßig Zehntausende Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben. Und selbst dort, wo ein Vertrag unterschrieben wurde, wird manchmal kurzfristig wieder ein Platz frei.
Dafür gibt es ganz unterschiedliche Gründe:
Für dich heißt das: Betriebe, die jetzt noch suchen, wollen ihren Platz meist schnell besetzen. Wer sich im Herbst gezielt und zuverlässig meldet, fällt deshalb oft stärker auf als im Frühjahr, wenn hunderte Bewerbungen gleichzeitig eingehen.
Ja. Die meisten Ausbildungen beginnen zwar am 1. August oder 1. September, einen gesetzlich festgelegten Starttermin gibt es aber nicht. Betrieb und Auszubildende können den Beginn im Ausbildungsvertrag gemeinsam vereinbaren.
In der Praxis ist ein Einstieg im Oktober oder November häufig noch gut möglich. Den Stoff, den du in der Berufsschule verpasst hast, holst du in den ersten Wochen nach. Wie spät ein Start sinnvoll ist, hängt vom Beruf, vom Betrieb und von der Berufsschule ab. Frag im Zweifel einfach direkt beim Betrieb oder bei der zuständigen Kammer nach.
Ein späterer Start ist kein Makel. Entscheidend ist, dass du mit einem klaren Ziel anfängst und dranbleibst.
Wenn du im Herbst noch einen Ausbildungsplatz suchst, lohnt sich ein Blick an mehreren Stellen. Viele Angebote tauchen nur in einer einzigen Börse auf.
Achte im Herbst außerdem auf sogenannte Nachvermittlungs- oder Last-Minute-Aktionen. Kammern, Agenturen für Arbeit und Jugendberufsagenturen bringen dabei Betriebe mit offenen Plätzen und Jugendliche ohne Ausbildungsplatz zusammen – oft ganz unkompliziert und ohne lange Bewerbungsfristen.
Viele Absagen haben weniger mit dir als Person zu tun als mit der Frage, ob Beruf und Bewerbung zueinander passen. Bevor du jetzt wahllos Bewerbungen verschickst, lohnt sich ein kurzer Zwischenstopp: Was kann ich gut? Was mache ich gern? Und welche Berufe passen dazu?
Eine erste Orientierung bietet unser kostenloser Berufsfindungstest. Er zeigt dir, welche Berufsfelder zu deinen Interessen passen könnten – und vielleicht entdeckst du dabei Berufe, an die du bisher gar nicht gedacht hast.
Wenn du schon eine Richtung im Kopf hast, kannst du dein Wissen mit unseren Praxischecks testen:
Viele Betriebe lassen Bewerberinnen und Bewerber vor der Zusage einen Einstellungstest machen. Zur Vorbereitung eignen sich unsere Eignungsfeststellung für kaufmännische Berufe, die Eignungsfeststellung für Pflegeberufe und der IT-Eignungstest. Alle Tests findest du in der Übersicht unserer Online-Tests.
Im Herbst zählt vor allem Tempo. Betriebe mit freien Plätzen möchten schnell wissen, ob du passt. Eine lange, perfekt formulierte Bewerbungsmappe ist deshalb weniger wichtig als eine klare, ehrliche und vollständige Bewerbung.
Schreibe im ersten Satz, für welchen Ausbildungsberuf du dich bewirbst und dass du sofort oder kurzfristig starten kannst. Das ist im Herbst ein echtes Argument. Erkläre danach in wenigen Sätzen, warum dich der Beruf interessiert und was du mitbringst – zum Beispiel aus einem Praktikum, einem Nebenjob oder einem Hobby.
Dein Lebenslauf sollte auf dem neuesten Stand sein. Hast du nach der Schule eine Zeit lang gejobbt, dich um Familie gekümmert oder dich neu orientiert? Das darf drinstehen. Ehrliche Angaben wirken glaubwürdiger als eine geschönte Lücke.
Speichere dein letztes Schulzeugnis, Praktikumsbescheinigungen und eventuelle Zertifikate als PDF-Datei. So kannst du eine Bewerbung innerhalb weniger Minuten verschicken, sobald du ein passendes Angebot findest.
Wenn du beim Formulieren Unterstützung brauchst, kann auch künstliche Intelligenz helfen. Wie das gelingt, ohne dass du dich verstellst, zeigen wir in unserem Beitrag Bewerben mit KI.
Gerade kleine und mittlere Betriebe freuen sich im Herbst über Bewerberinnen und Bewerber, die sich persönlich melden. Ein kurzer Anruf zeigt Eigeninitiative und spart beiden Seiten Zeit.
So könnte dein Einstieg ins Telefonat klingen:
Guten Tag, mein Name ist … Ich suche noch einen Ausbildungsplatz als … und könnte sofort anfangen. Haben Sie in diesem Jahr noch einen Platz frei oder vielleicht die Möglichkeit für ein Praktikum?
Schreib dir vorher ein paar Stichpunkte auf: Wer bist du? Was möchtest du lernen? Wann kannst du anfangen? Und notiere dir nach dem Gespräch den Namen deiner Ansprechperson. Wenn du nach ein bis zwei Wochen nichts gehört hast, darfst du freundlich nachfragen.
Manchmal klappt es trotz aller Mühe nicht mehr mit einem Ausbildungsbeginn in diesem Jahr. Dann ist es wichtig, die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsjahr nicht einfach verstreichen zu lassen. Es gibt gute Möglichkeiten, die dich deinem Ziel näherbringen.
Die Einstiegsqualifizierung ist ein betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten. Du lernst einen Beruf und einen Betrieb im Alltag kennen – und der Betrieb lernt dich kennen. Die EQ kann von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gefördert werden. Läuft es gut, wird daraus oft ein Ausbildungsvertrag. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die EQ sogar auf die Ausbildungszeit angerechnet werden.
Ein Praktikum von einigen Wochen ist eine gute Möglichkeit, einen Betrieb von dir zu überzeugen. Viele Ausbildungsverträge entstehen genau so: Man hat sich kennengelernt und weiß, dass es passt.
Ein Freiwilligendienst eignet sich besonders, wenn du dich für soziale, pädagogische oder pflegerische Berufe interessierst. Du sammelst Erfahrung, entwickelst dich persönlich weiter und hast am Ende etwas Wertvolles für deinen Lebenslauf. Viele Einsatzstellen nehmen auch im Laufe des Jahres noch Freiwillige auf.
Wenn du Sorge hast, die Ausbildung nicht allein zu schaffen, gibt es Hilfe. Mit der Assistierten Ausbildung unterstützt die Agentur für Arbeit junge Menschen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und begleitet sie auch während der Ausbildung. Frag bei deiner Berufsberatung nach, ob das für dich infrage kommt.
Klingt früh, ist es aber nicht: Viele größere Unternehmen, Behörden und Banken wählen ihre Auszubildenden für den Ausbildungsbeginn 2027 bereits im Herbst und Winter aus. Einige Bewerbungsfristen enden schon in den nächsten Monaten.
Wenn dein Ausbildungsstart in diesem Jahr unsicher ist, fahre deshalb am besten zweigleisig: Bewirb dich weiter auf freie Plätze mit Beginn in diesem Jahr und gleichzeitig schon für das nächste Ausbildungsjahr. So verlierst du keine Zeit und hast in jedem Fall einen Plan B.
Nicht nur Schulabgängerinnen und Schulabgänger suchen einen Ausbildungsplatz. Viele Menschen beginnen mit Mitte zwanzig, mit dreißig oder noch später eine Ausbildung – nach einem abgebrochenen Studium, nach einer Familienphase oder nach Jahren in wechselnden Jobs.
Auch für dich kann der Herbst ein guter Zeitpunkt für einen Neustart sein. Wer Kinder betreut oder Angehörige pflegt, kann eine Ausbildung unter bestimmten Voraussetzungen auch in Teilzeit absolvieren. Sprich den Betrieb ruhig offen darauf an. Deine Lebenserfahrung ist für viele Arbeitgeber ein echter Pluspunkt.
Egal, ob du deinen Ausbildungsplatz schon sicher hast oder die Wartezeit sinnvoll nutzen möchtest: Wer gut vorbereitet startet, hat es in Berufsschule und Betrieb leichter. Dafür gibt es unsere Online-Lernplattform für Auszubildende evkola.
Dort kannst du im eigenen Tempo lernen, Wissen auffrischen und dich auf die Anforderungen deiner Ausbildung vorbereiten – am Computer, am Tablet oder am Smartphone. Gerade wenn du später in eine Ausbildung einsteigst, hilft dir das, Verpasstes schneller aufzuholen.
Zur Lernplattform evkola für Auszubildende
Manchmal liegt es nicht an der Bewerbung. Vielleicht gibt es Sorgen in der Familie, Schulden, gesundheitliche Belastungen oder Probleme mit der Wohnung. Vielleicht fehlt nach vielen Absagen auch einfach die Kraft, weiterzumachen. Dann ist es schwer, sich auf eine Ausbildung zu konzentrieren.

Genau hier setzen unsere Coachings beim Limani Bildungsinstitut in Gelsenkirchen an. Im individuellen Sozialcoaching InSoCo lösen wir gemeinsam die Probleme, die dir im Alltag im Weg stehen, und bereiten dich Schritt für Schritt auf Praktikum, Ausbildung oder Arbeit vor.
Das ganzheitliche Coaching InGaCo 16k nimmt deine gesamte Lebenssituation in den Blick – auch die deiner Familie. Gemeinsam klären wir, welche Hürden es gibt, entdecken deine Stärken und entwickeln einen Plan für deinen beruflichen Neustart.
Alle Termine finden persönlich statt. Die Teilnahme ist freiwillig und kann über einen Kostenträger wie das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit gefördert werden. Einen Überblick findest du auf unserer Seite zu unseren Coachings.
Und wenn die Absagen an deinen Nerven zehren: Mit unserem Resilienz-Check kannst du herausfinden, wie gut du gerade mit Rückschlägen umgehen kannst.
Nein. Viele Betriebe haben auch im Oktober noch freie Ausbildungsplätze. Gleichzeitig laufen bereits die Bewerbungen für das nächste Ausbildungsjahr. Du kannst dich also in beide Richtungen bewerben.
Einen festen Stichtag gibt es nicht. Ein Beginn im Herbst ist oft gut möglich, in manchen Fällen auch noch später. Ob ein Einstieg sinnvoll ist, entscheiden Betrieb und Berufsschule gemeinsam mit dir.
Lass deine Unterlagen von jemandem prüfen, zum Beispiel bei der Berufsberatung oder im Coaching. Überlege außerdem, ob der gewünschte Beruf wirklich zu dir passt oder ob es verwandte Berufe gibt, in denen weniger Bewerbungen eingehen. Ein Praktikum kann dir helfen, einen Betrieb persönlich zu überzeugen.
Die Einstiegsqualifizierung ist ein betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten, das den Einstieg in eine Ausbildung vorbereitet. Sie kann gefördert werden und führt häufig direkt zu einem Ausbildungsvertrag im selben Betrieb.
Noch keinen Ausbildungsplatz zu haben, ist kein Scheitern – sondern ein Zwischenstand. Der Herbst bietet echte Chancen: frei gewordene Plätze, Betriebe, die schnell entscheiden, und genug Zeit, um dich schon für das nächste Jahr gut aufzustellen.
Nimm dir für diese Woche nur einen kleinen Schritt vor: den Berufsfindungstest machen, drei Betriebe heraussuchen oder einen Anruf erledigen. Aus vielen kleinen Schritten wird ein Weg.
Wenn du dabei Unterstützung möchtest, melde dich gern beim Limani Bildungsinstitut in Gelsenkirchen. Gemeinsam finden wir heraus, wo du stehst und was dir jetzt weiterhilft.
Der nächste Schritt